Von Anfang an Europa – Dr. Matthias von Hellfeld

Die Geschichte des Kontinents von den Ursprüngen nach Utopia

Kurs-Nr: 319-06 | Vorlesungen | 10 x 90 Min. | Donnerstag 18:00 – 19:30 Uhr

Kursgebühr: 215,- €

Termine: 26.09. / 10.10. / 17.10. / 31.10. / 07.11. / 14.11. / 21.11. / 28.11. / 05.12. / 12.12. 2019

Mediapark 7, KOMED-Haus

Dr. Matthias von Hellfeld

Kursbeschreibung:

Die Europäische Union des 21. Jahrhunderts ist kein Zufallsprodukt, sondern Ergebnis einer langen historischen Entwicklung. In Europa wurden all jene Werte erkämpft, erdacht und erstritten, nach denen die EU heute organisiert ist: der Mensch steht im Mittelpunkt politischen Handels – eine Idee aus der griechischen Antike. Die EU-Staaten sind nach Recht und Verfassungen demokratisch geordnet – hier stand das Römische Reich Pate. Der Einheit in der EU steht die Vielfalt der Nationen und Regionen gegenüber – ein Prinzip, nach dem das erste deutsch-römische Kaiserreich unter Karl dem Großen organisiert war. Das Christentum war lange Zeit Staatsreligion, die religiöse Toleranz, die heute in den europäischen Verfassungen verankert ist, kam seit dem Beginn der Moderne und dem Aufkommen alternativer christlicher Religionen hinzu. Nationalismus und Liberalismus waren die beiden Bezugspunkte europäischer Befreiungsbewegungen, die heute nach der Befreiung von absolutistischer Königsherrschaft und anderen Unrechtsregimen an Bedeutung verloren haben – zumal übersteigerter Nationalismus den europäischen Kontinent im 20. Jahrhundert in zwei Weltkriege gestürzt hat.

Als eine der Konsequenzen der beiden Weltkriege des 20. Jahrhunderts entstanden in den 1950er Jahren supranationale Organisationen, die vor allem der Vergemeinschaftung der Montanindustrie und der Verhinderung von Hegemoniestreben dienten. Die EU mit einer gemeinsamen europäischen Währung ist mittlerweile der weltweit größte Binnenmarkt mit etwa 500 Millionen Einwohnern und einem Bruttosozialprodukt das mit dem der USA vergleichbar ist. Dennoch weist die Union große Defizite aus.

Der Weg nach Utopia wird am Ende der Vorlesung skizziert und diskutiert. Besteht er in einer Zweiteilung, also einem Europa der zwei Geschwindigkeiten, in dem die einen stärkere Integration, die anderen aber stärkere Abschottung betreiben? Kann das Migrationsproblem durch einen arabischen Frieden gelingen, der dem Westfälischen Frieden von 1648 ähnelt? Wird es zu einer europäischen Republik kommen, die den Kontinent wieder an die antike römische Wurzel zurückführen würde? Und schließlich: Welche Rolle werden die vielen europäischen Regionen spielen, die den Menschen Heimat und Geborgenheit bieten?      

 

Hinweis: Maximale Teilnehmerzahl: 40