Tun und Unterlassen – Prof. Dr. Dr. h. c. Dieter Birnbacher

Kurs-Nr: 122-19-16 | Vorlesung | 11 x 90 Min. | Dienstag 14:00 – 15:30 Uhr

Kursgebühr: 247,- €

Termine: 11.01. / 18.01. / 25.01. / 01.02. / 08.02. / 22.02. / 08.03. / 15.03. / 22.03. / 29.03. / 05.04.2022

Ort: Im Mediapark 7, Haus KOMED, Köln

Prof.Dr. Dr. h.c. Dieter Birnbacher

Kursbeschreibung:

Die unterschiedliche Bewertung von Tun und Unterlassen ist ein Grundzug sowohl der Alltagsmoral wie auch des Rechts: In der Regel gilt ein Nicht-Tun als moralisch und rechtlich weniger verwerflich als ein Tun, auch wenn beide dieselben Folgen erwarten lassen und in allen weiteren relevanten Merkmalen übereinstimmen.

Die Gründe für diese Abstufung sind allerdings alles andere als klar. Unklar ist auch, wie weit diese Abstufung generell gilt oder nur in bestimmten Kon-texten. Die Frage nach der Berechtigung der Abstufung hat im Zuge der zunehmenden Automati­sie­rung und Digitalisie­rung vieler Prozesse eine neue Aktualität gewonnen: Je selbst­ständiger Maschinen agieren, desto schwer­­wiegender sind in der Regel die Folgen von Unter­lassungen wie etwa einem Nicht-Eingreifen im Gefahrenfall. Sollten Unterlassungs­verbote evtl. mehr Gewicht erhalten?

 

Stationen:

  1. Einleitung: Ist Unterlassen eine Form von Handeln?
  2. Ist die Unterscheidung von Tun und Unterlassen sachlich begründet oder eine Sache der Perspektive?
  3. Kann ein Nicht-Tun etwas bewirken?
  4. Lässt sich die Wertabstufung zwischen Tun und Unterlassen begründen, und wenn ja, wie?
  5. Tun und Unterlassen in der moralischen und rechtlichen Praxis: Lügen versus unterlassene Aufklärung, “aktiver” versus “passiver” Betrug, Töten versus Sterbenlassen
  6. “Aktive” und “passive” Sterbehilfe – eine allzu einfache Unterscheidung?
  7. “Sterbefasten” – eine “passive” Form von Suizid?
  8. Das Problem der “Garantenpflichten”: Wie weit sollte Unterlassen strafbar sein?
  9. Automatisierung und Digitalisierung; Veränderungen in der Zuschreibung von Verantwortung
  10. Ethische Fragen im Zusammenhang mit einem automatisierten Straßenverkehr

 

 

Hinweis: Maximale Teilnehmerzahl: 32