Romanische Kirchen Teil 1 – Dr. Susanne Rauprich

Kurs-Nr: 120-14 |  Exkursionen | 6 x 90 Min. | Donnerstag 15:00 – 16:30 Uhr 

Kursgebühr: 125,- €

Termine: 12.03. / 19.03. / 26.03. / 02.04. / 23.04. / 30.04.2020

Ort: Verschiede Kirchen in Köln

Dr. Susanne Rauprich

Kursbeschreibung:

Was wäre Köln ohne seine romanischen Kirchen? Sie spiegeln die Größe und Bedeutung des mittelalterlichen Kölns wider und bilden das ganze Spektrum der mittelalterlichen Architektur ab.

Egal wie oft man sie schon besucht hat, die Faszination bleibt.

In diesem Seminar wird uns die Frage beschäftigen, was typisch romanisch ist und wie sich die einzelnen romanischen Stile ottonisch, salisch und staufisch voneinander unterscheiden. Welche theologischen und philosophischen Weltbilder spiegeln sich darin wider?

Jede Kirche birgt ihre eigene Geschichte. Neben Historie und Histörchen werden wir die Architektur und Stilmerkmale betrachten und so schließlich auch einen Bogen um alle zwölf romanischen Kölner Kirchen spannen können.

Stationen:

St. Pantaleon ist eine der ältesten Kirchen Kölns. Große Teile der Kirche sind über 1000 Jahre alt. Das imposante Westwerk, das kurz vor dem Jahr 1000 vollendet wurde, gehört zu den Höhepunkten der abendländischen Architektur. In St. Pantaleon begegnen wir zwei bedeutenden Personen des Mittelalters: Erzbischof Bruno, der 955 hier ein Kloster gründete und den großartigen Neubau der kleinen Pantaleonskirche plante, und Kaiserin Theophanu, der Ehefrau von Otto II., die das Werk vollenden ließ. Brunos Kirchenbau sollte ein Symbol für die Größe Gottes sein und für die besondere Bedeutung von Köln. Und tatsächlich: Zur Zeit der Erbauung überragte diese Kirche alle anderen Bauwerke in Köln.

Für viele Kölner ist St. Maria im Kapitol die schönste und eindrucksvollste romanische Kirche der Stadt. In römischer Zeit stand an diesem Ort der kapitolinische Tempel. Im Laufe der Jahre verfielen die Mauern, bis Plektrudis um 690 auf den Fundamenten des Tempels eine kleine Kirche erbauen ließ. Den großen Neubau ließ Äbtissin Ida errichten, die von 1027 bis 1060 das Stift leitete. Herausragend ist der Kleeblattchor, den es vorher in dieser Form noch nicht gegeben hatte. 1065 wurde der gesamte Kirchenbau vollendet und feierlich in Anwesenheit vieler Bischöfe geweiht. Äbtissin Ida erlebte die Fertigstellung nicht mehr. Der Kleeblattchor von St. Maria im Kapitol gehört zu den ältesten Bauwerken der Romanik in Köln und wurde zu einem besonderen Markenzeichen für die Kölner Kirchenbaukunst.

Die Geschichte von St. Gereon beginnt in spätrömischer Zeit. Spätestens seit dem 8. Jahrhundert wurde der Bau als Kirche genutzt. Erzbischof Anno ließ im 11. Jahrhundert einen neuen Chor errichten, der sich an den ovalen, spätrömischen Bau anschließen sollte. Die Baugeschichte von St. Gereon war damit noch lange nicht abgeschlossen. Ein wichtiges Ereignis gab den Anstoß zu weiteren Um- und Neubauten: Im 11. und 12. Jahrhundert glaubte man, endlich das Grab des heiligen Gereon und seiner Gefährten unter der Kirche gefunden zu haben. Nun wurde noch einmal ein großer Umbau in Angriff genommen. Dabei wurde der alte, spätrömische Bau nicht abgerissen, sondern wie ein kostbares Heiligtum umbaut. Darüber erhebt sich der neue viergeschossige große Neubau, der wegen seiner zehn Ecken Dekagon genannt wird. 1227 wurde dieses eindrucksvolle Bauwerk vollendet.

Schon seit dem frühen Mittelalter steht im Viertel zwischen Alter Markt und Rhein eine Kirche. Vieles spricht für eine fränkische Gründung. Mit ihrem Kleeblattchor nach dem Vorbild von St. Maria im Kapitol gehört Groß St. Martin zu den schönsten und klarsten romanischen Kirchenbauten in Köln, ohne dessen hochromanischen mächtigen Turm die Kölner Stadtsilhouette gar nicht vorstellbar wäre. Die Unterkirche von Groß St. Martin ermöglicht äußerst interessante Einblicke in die römische Epoche. Hier sind Fundamente und Bodenbeläge aus dem 1. und 3. Jahrhundert nach Christi zu sehen.

St. Georg gehört zu den schönsten Kirchen Kölns. Von außen wirkt sie eher abweisend und unscheinbar. Aber wenn man das Innere betritt, erlebt man einen sehr stimmungsvollen, klaren und harmonischen Raum. Das hängt auch damit zusammen, dass in St. Georg im Laufe der Zeit wenig verändert wurde. Das Mittelschiff mit den dicken Säulen und der kleine halbrunde Chor im Osten stammen noch aus dem 11. Jahrhundert. Der Westchor dagegen wurde in den Jahren 1180 bis 1188 erneuert und gehört zu den eindrucksvollsten und schönsten Kölner Kirchenräumen. St. Georg wurde im Auftrag von Erzbischof Anno errichtet, der hier in dem damals verkommenen Südstadtviertel mit einem neuen Stift für mehr Ordnung und Sicherheit sorgen wollte. Damals lag das Viertel mit dem Georgsstift noch außerhalb der Stadtmauer.

Klein und bescheiden wirkt die einzige Pfarrkirche im Kranz der romanischen Kirchen Kölns. Aber nur auf den ersten Anschein! Im Inneren offenbart sie ihre ganze Schönheit. St. Maria Lyskirchen war die Kirche der reichen Kaufleute und Patrizier des Rheinviertels, die “ihre” Kirche reich ausstatten ließen. Ein ganz besonderer Schatz erwartet uns: Decke und Wände dieser um 1220 erbauten Kirche sind fast noch lückenlos mit den originalen bunten und figurenreichen Malereien bedeckt. Hier können wir einen lebendigen Eindruck der mittelalterlichen Kirchenmalerei und ihrer symbolischen und theologischen Bildsprache bekommen.

Hinweis: Die Anreise zur Exkursion erfolgt individuell. Maximale Teilnehmerzahl: 25