Nationale Mythen. Europa im Bild. – Gabriele Huster

 

Kurs-Nr: 322-12 | Seminar | 6 x 90 Min. | Donnerstag 14:00 – 15:30 Uhr

Kursgebühr: 155,- €

Termine: Kurs findet nicht statt

Ort: Im Mediapark 7, Haus KOMED, Köln,

Gabriele Huster

Kursbeschreibung:

“Noch ist Polen nicht verloren!”, “Britannia rules the waves”, “Du glückliches Österreich, heirate!” In solchen Ausrufen ballen sich mythische Gewissheiten. Mythen bilden das emotionale Fundament von Nationen. Sie beschwören religiösen Zusammenhalt, pflegen das Andenken an ihre Retter- und Märtyrer-Figuren. Mythen ersetzen und vereinfachen Geschichte durch funkelnde Erzählungen von ruhmreichen Siegen und helfen beim Bewältigen von Niederlagen.

Der Kurs widmet sich vorrangig den Mythen Osteuropas. Wir haben einige Kenntnis über das nationale Selbstverständnis der Briten, Franzosen, Spanier und Deutschen, weniger vertraut sind uns die historischen Figuren und Ereignisse, aus denen Polen, Tschechien, Ungarn und die Länder des ehemaligen Jugoslawiens ihr nationales Selbstbewusstsein speisen.

Vor hundert Jahren gingen fast gleichzeitig die Reiche des Zaren, des Sultans und des Habsburger Kaisers unter, riesige Gebiete zerfielen und neue Staaten bildeten sich heraus. Die Hinterlassenschaft der Imperien verursachte lange, bis heute andauernde Selbstfindungsprozesse der Staaten des Balkans und Baltikums. Vor 30 Jahren öffnete sich mit dem Zerfall der Sowjetunion der Eiserne Vorhang. Das Aufatmen der befreiten Ostblockländer war von kurzer Dauer.

Russland unter Putin führt krass vor Augen, wie Mythen fabriziert und missbraucht werden. Gestohlene Größe, wahrer Glaube, angeblicher Ursprung – so werden Wirgefühle erzeugt, Komplexe abgewehrt, Feindbilder, Angst und Aggression befördert.  

Im Spiegel der Historienmalerei begegnen uns populäre Narrative der kleinen, oft unterjochten und der großen, oft unterjochenden Völker.  Was ist Geschichte, was Wunschdenken?

Wie redlich ist der Umgang mit der Vergangenheit?

 

Hinweis: Maximale Teilnehmerzahl: 32.