Nationale Mythen. Europa im Bild. – Gabriele Huster

 

Kurs-Nr: 322-12 | Seminar | 6 x 90 Min. | Mittwoch 18:00 – 19:30 Uhr

Kursgebühr: 155,- €

Termine: 09.11. / 16.11. / 23.11. / 30.11. / 07.12. / 14.12.2022

Ort: Im Mediapark 7, Haus KOMED, Köln,

Gabriele Huster

Kursbeschreibung:

Europas kulturelle Vielfalt ist eng gebunden an die Nationalgeschichte der Staaten. Welches Selbstbild pflegen einzelne Länder von sich, wie werden sie von den Nachbarn wahrgenommen?

Wir haben einige Kenntnis über das nationale Selbstverständnis der Briten, Franzosen, Spanier und Deutschen, weniger vertraut sind uns die historischen Figuren und Ereignisse, aus denen Polen, die baltischen Staaten, Ungarn und die Länder des ehemaligen Jugoslawiens ihr nationales Selbstbewusstsein speisen.

In welchem Verhältnis stehen dort Mythen, Projektionen und historische Wirklichkeit bei der Entstehung von kultureller Identität? Wie wirkt die Kunst dabei mit?

Aktuell führt Russland unter Putin vor, wie Mythen fabriziert und missbraucht werden. Den Menschen werden Geschichten erzählt – der Herkunft, des wahren Glaubens, der Volksseele, der gestohlenen Größe. So werden Wirgefühle erzeugt, Komplexe abgewehrt, Feindbilder, Angst und Aggression befördert.

Geschichte wiederholt sich nicht, aber neue Großmachtträume bedrohen die Aussicht auf ein vereintes Europa im 21. Jahrhundert. 

Vor hundert Jahren gingen fast gleichzeitig die Reiche des Zaren, des Sultans und des Habsburger Kaisers unter, riesige Gebiete zerfielen und neue Staaten bildeten sich heraus. Die Hinterlassenschaft der Imperien verursachte lange, bis heute andauernde Selbstfindungsprozesse der Staaten des Balkans und Baltikums. Vor 30 Jahren öffnete sich mit dem Zerfall der Sowjetunion der Eiserne Vorhang. Das Aufatmen der befreiten Ostblockländer war von kurzer Dauer.

Auf welchen Narrativen von Sieg und Niederlage, Täter oder Opfer basieren die Mythen der kleinen, oft unterjochten und der großen, oft unterjochenden Völker? Wie redlich ist der Umgang mit der Vergangenheit?

Im Spiegel der Historienmalerei werden exemplarische historische Situationen vorgestellt.

Kristallisationspunkte der russischen, türkischen, polnischen Geschichte erweitern unser Verständnis dieses Teils unseres Kontinents.

Hinweis: Maximale Teilnehmerzahl: 32.