Ins „Herz der Finsternis“ – König Leopold II. und der Kongo – Prof. Dr. Marianne Bechhaus-Gerst

 

Kurs-Nr: 122-02 | Seminar | 6 x 90 Min. | Donnerstag 10:00 – 11:30 Uhr

Kursgebühr: 142,- €

Termine: 13.01. / 20.01. / 27.01. / 03.02. / 10.02./ 17.02.22

Ort: Im Mediapark 7, Haus KOMED, Köln

Prof. Dr. Marianne Bechhaus-Gerst

Kursbeschreibung:

1884/85 fand in Berlin die sogenannte Afrika- oder Kongo-Konferenz statt. Durch geschicktes Taktieren brachte der belgische König Leopold II. die daran beteiligten europäischen Staaten und die USA dazu, den von ihm “erworbenen” Unabhängigen Kongostaat als seinen persönlichen Privatbesitz anzuerkennen. Damit war er Besitzer eines Landes, das etwa 70 Mal so groß war wie Belgien. Leopold begann, den Kongo rücksichtslos auszubeuten. Das Gebiet hatte genau das zu bieten, wonach es Europa und die USA dürstete: Gummi. Ein beispielloses System von Ausbeutung und Gewalt wurde errichtet. Kaiser Wilhelm II. bezeichnete den belgischen König als “Satan und Mammon in einem”.

U.a. durch einzelne engagierte Missionare gelangte das Geschehen im Kongo an die Öffentlichkeit. Die sogenannten Kongogräuel führten auf Initiative des britischen Journalisten Edmund Morel zur ersten internationalen Menschrechtskampagne des 20. Jahrhunderts, die vor allem in Großbritannien und den USA ein großes Echo fand. Bekannte Autoren wie Arthur Conan Doyle oder Mark Twain engagierten sich gegen die Auswüchse der Kolonialherrschaft im Kongo. Joseph Conrads 1899 erschienene Erzählung “Herz der Finsternis” machte die Zustände im Kongo einer breiten Leserschaft bekannt.

Als Folge der Kampagne musste Leopold 1908 den Kongo aus seinem Privatbesitz an den belgischen Staat übergeben. In den 23 Jahren seiner Herrschaft kam es je nach Schätzung zu 10 – 25 Millionen Toten.

Aber auch die belgische Kolonialverwaltung beutete die ressourcenreiche Kolonie Belgisch-Kongo gnadenlos aus. 1960 wurde der Kongo unabhängig, was dem Land aber keinen Frieden brachte. Die Folgen jahrzehntelanger Ausbeutung und Gewalt sind im Land bis heute zu spüren.

 

 

Hinweis: Maximale Teilnehmerzahl: 32.