Harald Biskup

Harald Biskup

Harald Biskup hat Geschichte, politische Wissenschaften und Anglistik studiert. Bis Ende 2016 war er fast 20 Jahre lang Chefreporter beim Kölner Stadt-Anzeiger. Davor hat er als akkreditierter Korrespondent aus der DDR und später aus den neuen Bundesländern berichtet. Schwerpunkte seiner Reportertätigkeit waren u.a. zeitgeschichtliche und religiös-weltanschauliche Themen sowie Prozess-Berichterstattung. Reportage-Reisen führten ihn mehrfach in die USA  (dort hat er  z.B. einen Todeskandidaten im Staatsgefängnis von Huntsville/Texas besucht) und in mehrere asiatische Länder (u.a. China, Indien, Japan, Korea). Regelmäßig schrieb er Analysen und Kommentare zu innen- und außenpolitischen Themen. Schon früh interessierten ihn Fragen der Ethik des Journalismus. Lange bevor das Schlagwort Fake News in der Welt war behandelte er in Seminaren für junge Kollegen Probleme wie  den Umgang mit kontroversen Themen, das Bemühen um Fairness, Ausgewogenheit und um Aufmerksamkeit für Minderheiten oder Benachteiligte. Dabei ging es um die Frage, wie sich der hehre Anspruch, der Wahrheit verpflichtet zu sein, in der täglichen Praxis umsetzen lässt.

Bereits im  Studium hat sich Harald Biskup intensiv mit Rechtsextremismus und Neonazismus beschäftigt. Immer wieder kam er später als Journalist mit fremdenfeindlichen Gruppierungen in Berührung und berichtete über sie. Er war Augenzeuge rechtsextremistischer Gewalttaten in Solingen, Hoyerswerda und Rostock-Lichtenhagen. Tiefe Einblicke in die rechte und rechtsextreme Szene gewann er durch die Beobachtung des NSU-Prozesses in München. Er beschrieb und analysierte auch das Treiben rechter „Kameradschaften“ in Sachsen und Thüringen. Dort gibt es Landstriche, in denen rechtes und rechtsradikales Gedankengut das Weltbild vieler Menschen bestimmt und mehrheitsfähig ist. Er hat die Gründung eines besonders radikal ausgerichteten AfD-Kreisverbandes in Görlitz ebenso miterlebt wie  Aktivitäten von „Reichsbürgern“, die ihre gleichermaßen krude wie gefährliche Ideologie ausleben – und von den Sicherheitsbehörden lange unterschätzt worden sind.