Die vielseitige Romanwelt von heute – Dr. Roberto Di Bella

Eine Auswahl von Long- & Bestsellern

Kurs-Nr: 120-16 | Workshop/Seminar | 12 x 90 Min. | Donnerstag 14:00 – 15:30 Uhr

Kursgebühr: 235,- €

Termine: 09.01. / 16.01. / 23.01. / 30.01. / 13.02. / 05.03. / 12.03. / 19.03. / 26.03. / 02.04. / 23.04. / 30.04.2020

Ort: Im Mediapark 7, Haus KOMED, Köln

Dr. Roberto Di Bella

Kursbeschreibung:

Lesen ist Abenteuer für den Kopf und erweitert den Horizont – insbesondere anspruchsvolle Lektüre. Um Sprachkunstwerke sowohl formal als auch inhaltlich intensiver zu durchleuchten, nutzen wir Analyseaspekte der Literaturwissenschaft, die zum Auftakt des Seminars im Überblick vorgestellt bzw. wiederholt werden. Neue TeilnehmerInnen erhalten eine Zusammenfassung mit Hauptaspekten der Literaturanalyse. Sie ist unsere Grundlage, um die Interpretation noch zu beflügeln. Dabei immer im Fokus: Teamwork und Dialog.

 

Die ausgewählten Titel in der Lese-Reihenfolge:

Lucia Berlin: Was wirst du tun, wenn du gehst. Aus dem Amerikanischen von Antje Ravic Strubel. Arche Verlag 2017, 176 S. (gebunden).

Ihre Storys zeugen von einem unsteten Leben voller Brüche. Es sind Frauen wie sie, deren Schicksal sie festhält: alleinerziehende Mütter, Alkoholikerinnen auf Entzug, Haushaltshilfen, Krankenschwestern und Sekretärinnen. Die wundervollen Erzählungen der amerikanischen Autorin Lucia Berlin (1936-2006) tauchen tief ein in das Leben und lassen die Ahnung aufkommen, dass die in den 60er, 70er und 80er Jahren entstandenen Texte irgendwie zusammenhängen, vielleicht einen Roman ergeben.

 

Andrea Camilleri: Die Passion des stillen Rächers: Commissario Montalbanos achter Fall [2004]. Aus dem Italienischen von Christiane von Bechtolsheim. Bastei Lübbe 52011, 288 S. (Taschenbuch).

Er war einer der Großen der italienischen Gegenwartsliteratur: Andrea Camilleri (1925–2019), berühmt geworden durch die Bestsellerkrimis rund um Commissario Montalbano. Dieser ermittelt im (fiktiven) sizilianischen Küstenstädtchen Vigàta. Er hat hohe moralische Ansprüche, misstraut den Mächtigen, ist auf Seiten der Hilflosen, löst komplizierte Verbrechen und liebt üppiges Essen. “Camilleri lesen ist wie Mozart hören.” (Der Spiegel)

 

Annie Ernaux: Die Jahre [2008]. Aus dem Französischen von Sonja Finck. Suhrkamp 2017, 255 S. (gebunden).

Geschichte ihrer selbst, Gesellschaftsporträt, universelle Chronik: Annie Ernaux’ (*1940) aufsehenerregendes Werk wirkt von Beginn an weit über die französischen Grenzen hinaus. Eine faszinierende Einladung, das eigene Leben zu hinterfragen. „Etwas von der Zeit retten, in der man nie wieder sein wird.“

 

Christoph Ransmayr: Cox oder Der Lauf der Zeit. S. Fischer 2016, 304 S. (Taschenbuch oder Hardcover).

Ein farbenprächtiger und raffiniert erzählter Roman von Christoph Ransmayr (*1954) über einen maßlosen Kaiser von China, Qiánlóng “Herr der Zehntausend Jahre”, und einen englischen Uhrmacher, über die Vergänglichkeit und das Geheimnis, dass nur das Erzählen über die Zeit triumphieren kann. Mit “Cox oder Der Lauf der Zeit” hat der österreichische Autor ein Werk vorgelegt, der in der historischen Kulisse des 18. Jahrhunderts das Verhältnis von Kunst und Macht untersucht. Beide streben nach Vollkommenheit

 

Auf der Reservebank:

Adrian Kasnitz: Bessermann. Launenweber 2017, 164 S. (gebunden).

Der traumatisierte Kriegsreporter Bessermann kehrt nach Deutschland zurück und ­beschränkt die Kontakte mit der Außenwelt auf ein Minimum. In kurzen prägnanten Splittern und wech­selnden Erzählperspektiven lässt der Kölner Autor, Lyriker und Kleinverleger Adrian Kasnitz (*1974) eine ruhelose Seele zu Wort kommen. ­

 

Irmgard Keun: Das kunstseidene Mädchen [1932]. Mit zwei Beiträgen von Annette Keck und Anna Barbara Hagin. Ullstein 2017, 242 S. (Taschenbuch) – Bitte nach Möglichkeit diese Ausgabe wählen.

Wenige Monate nach ihrem Erfolgsdebüt “Gilgi” erscheint 1931 Irmgard Keuns (1905-1982): zweiter Roman “Das kunstseidene Mädchen”, der rasch Rekordauflagen erreicht. Filme und Schlager der frühen 30er Jahre bestimmen das Leben der Sekretärin Doris, die aus ihrem kleinen Angestellten-Dasein ausbrechen und Schauspielerin werden will. Bunte Unterhaltung in Verbindung mit satirischer Zeitkritik – eine seltene Einheit. “Hier ist ein Talent”, jubelt Kurt Tucholsky. 1933/34 werden ihre Bücher beschlagnahmt und verboten. Die in Köln geborene Autorin geht ins Exil.

 

Hinweis: Maximale Teilnehmerzahl: 25