Afghanistan – der ewige Konflikt – Harald Biskup

Kurs-Nr: 122-20 | Seminar | 6 x 90 Min. | Dienstag 12:00 – 13:30 Uhr

Kursgebühr: 142,- €

Termine: 11.01. / 18.01. / 25.01. / 01.02. / 08.02. / 15.02.2022

Ort: Im Mediapark 7, Haus KOMED, Köln

Harald Biskup

Kursbeschreibung:

Durch die Bilder vom überstürzten Abzug der Amerikaner und die chaotischen Szenen am Flughafen Kabul sind uns die Probleme des geschundenen Landes eindringlich vor Augen geführt worden. Das Seminar analysiert die Rolle der USA und die Verantwortung Deutschlands für die zurückgelassenen “Ortskräfte”, untersucht, was die erneute Machtübernahme der Taliban bedeutet und zeichnet die wechselvolle Geschichte des Landes nach. Welche Rolle spielen die unterschiedlichen Ethnien und die Macht der Clans und Warlords?  Der Dozent beschreibt aus eigener Anschauung den Alltag deutscher Soldaten in ihrem gefährlichen Einsatz. Eine Diskussionsrunde mit einem pensionierten Truppenpsychologen, selbst im Einsatz in Kabul, und einem Afghanen, der als “Ortskraft” für die Bundeswehr gearbeitet hat, versucht einen Ausblick in die Zukunft.

Stationen:

  • Die unübersichtliche Situation nach dem überstürzten Abzug der Amerikaner: Was bedeutet die erneute Machtübernahme der Taliban? Wie reagieren die Nachbarstaaten? Bleibt etwas vom “Export” demokratischer Strukturen?
  • Die Afghanistan-Intervention der USA als Reaktion auf die Terroranschläge vom 11. September 2001 – Schröders Zusage der “uneingeschränkten Solidarität” – Der unklare Auftrag der Bundeswehr – Das besondere Verhältnis zu Deutschland und der “Petersberg-Prozess”
  • “Aufpassen, dass du nicht zum Ziel wirst”: der gefährliche Einsatz deutscher Soldaten aus eigenem Erleben – “Ortskräfte” als unentbehrliche Unterstützer der Bundeswehr und von Entwicklungsorganisationen – Der würdelose Umgang mit ihnen das Schicksal der zurückgelassenen Afghanen
  • Überblick über die wechselvolle Geschichte Afghanistans im 19. Und 20. Jahrhundert, detailliert von der Thronbesteigung von König Zahir Schah 1933 bis heute – Die Herrschaft der Mudschaheddin – Einmarsch der Roten Armee 1979 und Besetzung bis 1989 – Zerfall des Landes und erneuter Bürgerkrieg – Die verschiedenen Phasen im Einsatz der internationalen Schutztruppe ISAF – Die machtlosen Regierungen in Kabul
  • Das unbesiegbare Land: Warum es weder der Großmacht UdSSR noch den USA gelungen ist, Afghanistan zu befrieden – Das Problem der unterschiedlichen Sprachen, Kulturen, Ethnien und Religionen – Die Macht der Clans und Warlords – Die Stammesversammlung Lloya Jirga
  • Wie weiter in Afghanistan? Diskussionsrunde mit Kennern des Landes und seiner Probleme: Oberst a.D. Horst Schuh, der als Truppenpsychologe in Kabul war, ein Afghane, der vor Jahren als “Ortskraft”“ für die Bundeswehr gearbeitet hat und noch immer unter Traumatisierung leidet, ein pensionierter Soldat, der sich im “Patenschaftsnetzwerk Afghanistan” engagiert

Hinweis: Maximale Teilnehmerzahl: 32.