Das lange 19. Jahrhundert und das kurze 20. Jahrhundert – Dr. Matthias v. Hellfeld

Kurs-Nr: 119-05 | Vorlesungen | 12 x 90 Min. | Donnerstags 18:00 – 19:30 Uhr

Kursgebühr: 209 €

Termine: 10.01. / 17.01. / 24.01. / 31.01. / 07.02. / 14.02. / 21.02. / 14.03. / 21.03. / 28.03. / 04.04. / 11.04.2019

Mediapark 7, KOMED-Haus

Dr. Matthias von Hellfeld

Kursbeschreibung:

Grundlage der Epocheneinteilung des „langen 19. Jahrhunderts“ ist die Überzeugung, dass die amerikanische Revolution, die mit der Verkündung der Unabhängigkeitserklärung am 4. Juni 1776 ihren Höhepunkt feierte, die bald folgenden Ereignisse in Frankreich beeinflusst, ja vielleicht sogar bestimmt hat. Der gut zehn Jahre später folgende Dreiklang der französischen Revolution von 1789 „Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit“ veränderte den europäischen Kontinent nachhaltig: Die Menschen- und Bürgerrechte wurden verkündet, die Macht der Kirchen gebrochen, die Gleichheit vor dem Gesetz etabliert und moderne, rechtstaatliche Verfassungen erlassen. Die Errungenschaften der Französischen Revolution wirken bis heute nach und sind eine der Grundlagen der modernen europäischen Demokratien. Nach dem Sieg über Napoleon versuchten die Monarchen Europas das Rad noch einmal zurückzudrehen und begannen mit der Restauration der alten „absolutistischen“ Ordnung in Europa. Aber sie scheiterten. Zahlreiche Revolutionen sorgten in Europa dafür, dass sich konstitutionelle Monarchien durchsetzten und den Absolutismus der Vergangenheit überwanden.  

Am kalendarischen Ende des 19. Jahrhundert hatten sich überall Nationalstaaten gebildet, die sich einen Wettlauf um die Macht in Europa und der Welt lieferten. Kolonialismus und Imperialismus waren die Menetekel der heraufziehenden finalen Auseinandersetzung um den „Griff nach der Weltmacht“. Dazwischen fanden Säkularisierung, Romantik, Biedermeier, Industrialisierung, wissenschaftlich-technischer Fortschritt, der Beginn der Gewerkschafts- und Arbeiterbewegung oder zahlreiche Demokratiebewegungen statt. Frauenbewegung, Freikörperkultur und Jugendbewegung waren zudem die Kennzeichen einer Gesellschaft im Umbruch. Die ungewöhnliche Dynamik dieses Jahrhunderts markieren Vorspiel und Beginn der Moderne.

Das „lange“ 19. Jahrhundert endet mit dem Weg in die „Urkatastrophe“ des 20. Jahrhunderts. Mit dem Beginn des Ersten Weltkriegs 1914 schließt sich das „kurze“ 20. Jahrhundert an, das durch einen zweiten Weltkrieg, einen „kalten Krieg“, die deutsche und europäische Spaltung und die Überwindung all dieser Folgen der beiden Weltkriege gekennzeichnet war. Das 20. Jahrhundert endet in der epochengeschichtlichen Betrachtung mit dem deutschen Einigungsprozess und der europäischen Integration zahlreicher osteuropäischer Staaten.  

 

Hinweis: Maximale Teilnehmerzahl: 40