Bestseller mit Tiefgang – Sabine Wegner

Vier zeitgenössische Romane und ein autobiographisches Erzählwerk

Kurs-Nr: 119-15 | Workshop/Seminar | 11 x 90 Min. | Donnerstags 14:00 – 15:30 Uhr

Kursgebühr: 199,- €

Termine: 17.01. / 24.01. / 31.01. / 07.02. / 14.02. / 21.02. / 14.03 / 21.03. / 28.03. / 04.04. / 11.04.2019

Ort: Im Mediapark 7, Haus KOMED, Köln

Sabine Wegner

Kursbeschreibung:

Sie beschäftigen sich gerne intensiver mit Literatur und schätzen den Austausch mit Gleichgesinnten? In diesem Workshop analysieren wir Prosatexte auf literaturwissenschaftlicher Basis und pflegen die Diskussion.

Zum Auftakt des Workshops erhalten Sie einen kompakten Überblick über Grundaspekte der literaturwissenschaftlichen Analyse – vom sozialgeschichtlichen Hintergrund über Erzählformen und Bausteine der Handlung bis hin zur Stilistik.

Unser Instrumentarium, um die Komplexität anspruchsvoller Romane tiefer auszuloten und die Interpretation zu beflügeln. Dabei immer im Fokus: Dialog und offene Diskussion.

Die Bücherauswahl für dieses Trimester schlägt einen thematischen Bogen von Erlebnissen und Herausforderungen des Alltags über ein dunkles Kapitel der europäischen Geschichte bis hin zu aktuellen Megatrends und ihrer Hochrechnung für die Zukunft.

Jede/r der AutorInnen glänzt mit Erzählkunst und individuellem Stil, ob klassisch orientiert, von der poetischen Muse geküsst oder vom experimentellen Zeitgeist inspiriert.

 

Die ausgewählten Titel in der Lese-Reihenfolge:

Rafik Schami: Die Frau, die ihren Mann auf dem Flohmarkt verkaufte. dtv Deutscher Taschenbuchverlag München, 2012, 159 S. (Spiegel Bestseller)

Seit 1982 schreibt Schami auf Deutsch. Einmal saß er in einer Buchhandlung vor nur drei Zuhörerinnen. Mittlerweile wird er in 24 Sprachen übersetzt und füllt Säle. …

Das Buch, eine Sammlung von Kurzgeschichten, Episoden und Reden, ist autobiografische Poetologie und ethnografische Erzählung. Schami würde das nicht so sagen. Sein Gestus ist der der strikten Verständlichkeit. Er zieht das Erzählen dem Wortschwall und die Beobachtung der Analyse vor.

Wo die meisten Werkinterpreten schnell bei Einordnungen in die Literatur- und Kulturgeschichte landen, bleibt Schami schlicht bei sich und meist in seiner Kindheit – grundsympathisch und augenzwinkernd. Erinnern erscheint als das, was es ist: sinnstiftendes Flunkern. (Textquelle: zeit.de)

 

Herta Müller: Atemschaukel (Erstpublikation: 2009), Fischer Taschenbuch Aufl. 5, 2011, 304 S. 

Herta Müller lässt den (fiktiven) Siebenbürger Sachsen Leopold Auberg in der Ich-Form erzählen, was er von 1945 bis 1950 in einem sowjetischen Arbeitslager erlebte. Der aus einer Aneinanderreihung von 64 Kapiteln bestehende Roman „Atemschaukel“ ist ebenso anspruchsvoll wie ergreifend. (Textquelle: dieterwunderlich.de)

Das Besondere an diesem Buch ist die Sprache, in der das Schicksal von Leopold Auberg, dem Alter Ego Pastiors, in 64 kurzen Kapiteln erzählt wird. Denn Müller poetisiert das Grauen. Bildstark setzt sie nicht auf schlichte, existenzialistische Kargheit, sondern auf die Schönheit des Wortes, um das Furchtbare zu beschreiben. (Textquelle: zeit.de)

„Atemschaukel“ erschien 2009, im gleichen Jahr wurde die Autorin mit dem Literaturnobelpreis ausgezeichnet.

 

Jennifer Egan: Der größere Teil der Welt (Erstpublikation: 2010), Schöffling & Co. Verlagsbuchhandlung Frankfurt a.M., erste Auflage 2012 (Hardcover), 387 S. (276 – 351 nur Seiten mit Charts/Power Point Präsentation 😉

Pulitzer-Preis 2011 sowie weitere renommierte Auszeichnungen.

Jennifer Egan entwirft ein großes Portrait des kulturellen Umbruchs seit dem Ende der Utopien bis zum digitalen Zeitalter und erzählt in wechselnden Perspektiven von Liebe, Freundschaft und Verlust. Der größere Teil der Welt reicht von der Musikszene San Franciscos Ende der Siebziger und dem New York der Neunziger bis zur ökologischen Katastrophe der Zukunft und einem verblüffenden Konzert am Ground Zero. (Textquelle: Schöffling.de)

 

Junot Diaz: Das kurze wundersame Leben des Oscar Wao (2007). Fischer Taschenbuch, 5. Auflage, Jan. 2018, 370 (luftige) Seiten. (Pulitzer-Preis 2008)

Rhythmus und Melodie, elastische Sätze, Kauderwelsch und Hochsprache. Dieser düstere karibische Familienroman, in dem Schönheit zu Unglück führt, Liebe zu Folter, ist auch ein mächtiges Sprachkunstwerk. (Textquelle: Spiegel)

 

Daniel Galera: So enden wir (Erstpublikation: 2016). Suhrkamp Verlag Berlin, erste Auflage 2018, Hardcover. 232 S.

Der knapp vierzigjährige brasilianische Autor Daniel Galera genießt international inzwischen außerordentliche Anerkennung. 2013 erschien auf Deutsch sein Roman „Flut“, der von der Presse gefeiert wurde; nun liegt ein weiteres Buch von ihm vor: „So enden wir“. Diesmal hat der Schriftsteller das Ohr dicht am Puls der Zeit. Er beschreibt eine Gruppe von jungen Männern und Frauen, die alle um 1980 geboren sind und sich in nahezu jeder Hinsicht als Avantgarde verstehen.

Galera schreibt derart dicht an der Wirklichkeit, dass diese heiß und flüssig vor uns ersteht. … er schreibt schwerelos, eine Prosa gleichsam im offenen Hemd. (Textquelle: Frankfurter Rundschau)

 

Auf der Reservebank

E.M. Forster: Die Maschine steht still. (Erstpublikation: 1909: The Machine Stops), Hoffmann und Campe, 4. Auflage 2018, 78 S.

Man kennt E. M. Forster als den Autor von „Wiedersehen in Howards End“ oder von „Zimmer mit Aussicht“. 1879 in London geboren, zählt er zu den einflussreichsten Schriftstellern der Klassischen Moderne in der englischen Literatur.

Im Jahre 1909 erschien im Magazin The Oxford and Cambridge Review die Erzählung eines jungen Schriftstellers mit dem Titel „The Machine stops“. Dieser kurze Text entführt den Leser in die Zukunft; was Forster hier beschreibt, ist eine Welt, in der die Menschen komplett von DER MASCHINE abhängig geworden sind. (Textquelle: Kulturbuchtipps.de)

 

Ian McEwan: Nussschale (Erstpublikation: 2016). Diogenes Taschenbuch 24415, 2018. 274 (luftige) Seiten in lesefreundlicher Punktgröße. (Spiegel Bestseller)

Ein Fötus und wie er die Welt sieht: In seinem Roman „Nussschale“ erzählt Ian McEwan die Hamlet-Geschichte neu – aus der Perspektive eines ungeborenen Kindes. (Textquelle: süddeutsche.de)

„Nussschale“ ist ein perfekter Krimi: düster und urkomisch. … Kein von des Gedankens Blässe angekränkelter Roman, sondern ein funkelndes Kunststück, das man nach der Lektüre mit dem befriedigenden Gefühl weglegen kann, damit abgeschlossen zu haben. (Textquelle: welt.de)

Hinweis: Maximale Teilnehmerzahl: 25